Legacy #118

2018 12 30 205518LOCUS TITANIC FUNUS sind Trauerweiden aus Moskau, die optisch eher wie miserable Piraten ausschauen, musikalisch jedoch durchaus ernst genommen werden können. Jedenfalls ein wenig. Der Bandname ist episch: Auf Deutsch heißt das so viel wie „Ort einer immensen Beerdigung“. Die Band wurde im 2008 von Alexey Mikhaylov als Ein-Mann-Kommando gegründet. Vier Jahre dümpelte er so vor sich hin, bis die Sängerin Mila Ionova sich erbarmen konnte. Die Dame singt sonst beim Dark-Wave-Grüppchen Mea Vita. LOCUS TITANIC FUNUS veröffentlichten 2013 dann das erste Album „Castus Lacrima“ und erweiterten sich zum Quartett, um auch live auftreten zu können. Nun ist der Nachfolger „Never Pretend“ da. Das Latein ist weg, die lustigen Klamotten nicht. LOCUS TITANIC FUNUS spielen merkwürdige Musik. Neben männlichem Growling von Alexey Mikhaylov und seinem Gitarristen Alexey Kuznetsov sorgt die anständige Stimme von Mila Ionova dafür, dass man sich an Theatre Of Tragedy in ihrer Frühphase erinnert fühlt. Dazu mengt sich allerlei Pathos, viel Metallisches und bisweilen sogar DroneMomente. Dies alles mit einer Lo-Fi-Produktion. Die Gitarren könnte man an Xasthur ausleihen, zusammen mit den gelegentlichen Schreien einer von sich selbst gequälten Seele. „Never Pretend“ klingt zugegebenermaßen sehr eigenständig. Es wird jedoch seinen Grund haben, wieso andere Bands solche Musik nicht spielen. Es liegt nicht einmal an einem einzelnen Element. Es ist die Gesamtheit aller Facetten, die LOCUS TITANIC FUNUS so schräg wirken lassen. Als Skurrilität in der heimischen Plattensammlung macht sich „Never Pretend“ indes ganz gut.

7 Punkte
LS (Legacy #118)

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